Das gelungene Vorstellungsgespräch
21.06.2010 

Nervosität und Unsicherheit ade: Ist die gute Vorbereitung oder das äußerliche Erscheinungsbild im Vorstellungsgespräch wichtiger? Zwei Personalchefs und eine Bewerberin geben Tipps und zeigen, wie man die Nerven behält.

Sandra Würzinger sucht einen neuen Arbeitsplatz. Die 22-Jährige ist ausgebildete Bürokauffrau und bereitet sich auf ihr mittlerweile zehntes Bewerbungsgespräch vor. Seit etwa drei Monaten sucht sie eine neue Stelle. Mittlerweile hat sich Routine eingestellt. Sicherer sei sie geworden, sagt die junge Frau. "Ich habe keine Angst davor, mich einem neuen Arbeitgeber vorzustellen."

Trotzdem fließt beim Gedanken an das Bewerbungsgespräch Adrenalin durch ihren Körper. Auch wenn der schwarze Hosenanzug mit dem blauen Hemd perfekt sitzt, den kritischen Blick in den Spiegel kann sich die Jobsuchende doch nicht verkneifen. Wirkt sie offen und sympathisch? Stimmt die Artikulation? Kommt das Auftreten selbstbewusst und freundlich, aber nicht zu forsch rüber?

Wenn das Gespräch dann losgehe, verwerfe sie alle diese Fragen und sei nur noch sie selbst, sagt Sandra Würzinger. Dann laufe es meist sehr gut. Sicherheit gebe ihr, zu wissen, dass sie sich intensiv auf jedes Jobinterview vorbereite.

Dass sich Bewerber vorbereitet haben und entsprechend sicher auftreten, sei nicht selbstverständlich, sagt Ralf Dassau, der als Human Resources Manager bei einem internationalen Brauereiunternehmen arbeitet. Er wünscht sich mehr solcher Bewerberinnen wie Sandra Würzinger. "Ich habe ein Problem damit, wenn ich merke, dass ein Bewerber gar nicht wirklich bei uns arbeiten möchte und man ihm dies auch anmerkt", sagt der Personalmanager.

Dabei kennt er diese Situation selbst sehr gut. Zu Beginn seiner Karriere versuchte auch er, einfach nur den Einstieg ins Berufsleben zu finden und bewarb sich wahllos. Der Erfolg blieb aus. Heute rät er davon ab, Bewerbungen zu breit zu streuen. Für sinnvoll hält er fokussierte, individuelle Bewerbungen, keine seriellen.In den Bewerbungsgesprächen versucht der Personaler herauszufinden, ob die Kandidaten sich auch mit Fragen nach den eigenen beruflichen Wünschen auseinandergesetzt haben. Ob ein Bewerber zu den Werten des Konzerns passt und sich ins Unternehmen einbringe, seien ebenfalls entscheidende Kriterien.

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